Künstliche Intelligenz ist im Maschinenraum der Angreifer angekommen, und die Verteidiger spüren es bereits. In der Aphos Cyberlage 2026 geben 81 Prozent der befragten Organisationen an, schon KI-Angriffsversuche bemerkt zu haben. Allen voran auffällig professionell formulierte Phishing-Mails.
Für die Aphos Cyberlage 2026 haben wir 31 Verantwortliche aus IT, Security und Geschäftsführung in Deutschland befragt, überwiegend aus Dienstleistung, Industrie, Gesundheitswesen und öffentlicher Verwaltung. Die Erhebung ist bewusst kein repräsentatives Branchenbarometer, sondern ein Praxis-Stimmungsbild. Es zeigt, dass die Angreifer mit KI aufrüsten und längst nicht mehr nur auf die Firewall zielen, sondern auf Identitäten, Cloud und Lieferketten.
Key Takeaways: Aphos Cyberlage 2026
- KI ist im Angriffsalltag angekommen. 81 Prozent bemerken bereits KI-gestützte Angriffsversuche.
- KI verändert die Bedrohungslage für 97 Prozent der Befragten spürbar bis sehr stark.
- Das Einfallstor verschiebt sich von der Firewall zur Identität. 68 Prozent fürchten Zugangsdaten-Diebstahl, 61 Prozent Cloud-Angriffe.
- Starker Grundschutz, schwache Detection. Backup 97 Prozent, aber MDR nur 42, XDR 39 und NDR 35 Prozent.
- KI-Governance fehlt. 97 Prozent sehen die Gefahr, nur 29 Prozent haben verbindliche Regeln für KI-Tools.
- Managed Security wird zur Normalität. 61 Prozent setzen auf externe Security-Services.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Cyberlage 2026 im Überblick
Die Befragung liefert ein erstaunlich klares Bild. Die folgenden Punkte fassen die zentralen Ergebnisse der Aphos Cyberlage 2026 zusammen.
- KI-Angriffe erlebt. 81 Prozent der in der Aphos Cyberlage 2026 befragten Organisationen (25 von 31) haben bereits Angriffsversuche bemerkt, die auf KI-Einsatz hindeuten, etwa auffällig professionell formulierte Phishing-Mails. Jede vierte (26 Prozent) sah den KI-Bezug eindeutig.
- KI verändert die Lage. Für 97 Prozent der Befragten verändert KI die Bedrohungslage spürbar bis sehr stark, für jede zweite Organisation (52 Prozent) sogar sehr stark.
- Bedrohungs-Ranking. KI-gestützte Angriffe sind mit 68 Prozent bereits die zweithäufigste akut wahrgenommene Bedrohung, gleichauf mit kompromittierten Zugangsdaten und nur hinter Phishing (74 Prozent).
- Identität als Einfallstor. 68 Prozent sehen kompromittierte Zugangsdaten als kritische Bedrohung, fast so viele wie beim Dauerbrenner Phishing (74 Prozent).
- Cloud als große Sorge. Mehr als jede zweite Organisation (61 Prozent) fürchtet Angriffe auf Microsoft 365 und Cloud-Dienste.
- Angriff über das Vertrauen. 52 Prozent der Befragten sehen Angriffe über Lieferketten und Dienstleister als kritische Bedrohung.
- Top-KI-Risiko. Als kritischstes KI-Risiko gelten realistischere Phishing-Mails (94 Prozent), gefolgt von automatisierter Schwachstellensuche (81 Prozent) und Betrugsmaschen wie CEO-Fraud (74 Prozent, in der Umfrage gemeinsam mit Deepfakes erfasst).
- Ransomware-Selbstvertrauen. Nur 16 Prozent fühlen sich sehr gut auf einen Ransomware-Angriff vorbereitet.
- Erkennungslücke. Grundschutz ist nahezu flächendeckend (Backup 97 Prozent, Firewall 94 Prozent, E-Mail-Security 87 Prozent), moderne Bedrohungserkennung aber selten. MDR 42 Prozent, XDR 39 Prozent, NDR 35 Prozent.
- Unsicherheit über Vorfälle. 19 Prozent der Befragten können für die letzten 24 Monate nicht sicher sagen, ob es einen relevanten Sicherheitsvorfall gab, 35 Prozent berichten von einem.
- Bremsen. Größte Engpässe sind zu wenig Budget (52 Prozent) und gewachsene IT-Komplexität (48 Prozent), gefolgt von Personalmangel und zu vielen Parallelprojekten (je 35 Prozent).
- Externe Hilfe. 61 Prozent setzen auf externe Security-Services, für 35 Prozent sind sie bereits zentraler Bestandteil der Strategie.
- KI-Governance-Lücke. Nur 29 Prozent haben verbindliche Regeln für die Nutzung von KI-Tools, obwohl 97 Prozent die KI-Bedrohung als steigend wahrnehmen. 32 Prozent haben gar keine.
- Regulatorik. 23 Prozent geben an, regulatorische Anforderungen spielten für sie aktuell keine wesentliche Rolle.
KI-Angriffe auf Unternehmen: vom Zukunftsthema zum Angriffsalltag
81 Prozent bemerken bereits KI-gestützte Angriffsversuche
KI ist von der Zukunftssorge zum Angriffsalltag geworden. 81 Prozent der Befragten haben bereits Angriffsversuche bemerkt, die auf KI hindeuten, allen voran auffällig professionell formulierte Phishing-Mails. Bei jeder vierten Organisation (26 Prozent) war der KI-Bezug sogar eindeutig erkennbar. Sprachliche Fehler taugen nicht mehr als Warnsignal.
KI-Phishing trifft Unternehmen fehlerfrei und in Sekunden
Die Wahrnehmung ist nahezu einstimmig. 97 Prozent sehen die Bedrohungslage durch KI spürbar bis sehr stark verändert, für jede zweite Organisation sogar sehr stark. Entsprechend weit oben stehen KI-gestützte Angriffe im Ranking. Besonders glaubwürdige Köder entstehen beim klassischen Phishing und vor allem beim gezielten Spear Phishing, das KI auf ein neues Niveau hebt.
KI macht überzeugende Angriffe billig. Vier von fünf Organisationen sehen bereits Phishing- und Betrugsversuche mit deutlicher KI-Handschrift. Was früher an holprigem Deutsch scheiterte, kommt heute fehlerfrei und in Sekunden. Darauf antwortet man nicht mit mehr Mauern, sondern mit schnellerer Erkennung.
Roman Jacobi, Geschäftsführer, Aphos Gesellschaft für IT-Sicherheit mbH
Wie stark verändert KI die Bedrohungslage?
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<p>Quelle: <a href="https://aphos.de/cyberlage-2026">Aphos Cyberlage 2026</a></p>
Welche KI-Risiken die Befragten besonders fürchten
Hinter der wachsenden KI-Bedrohung stehen konkrete Mechaniken. Gefragt, welche KI-bezogenen Risiken sie besonders kritisch sehen, nennen die Befragten am häufigsten realistischere Phishing-Mails (94 Prozent), gefolgt von automatisierter Schwachstellensuche (81 Prozent), Deepfakes und CEO-Fraud (74 Prozent) sowie schnellerer Malware-Entwicklung (71 Prozent). Datenabfluss über KI-Tools und der Missbrauch öffentlich verfügbarer Daten liegen mit je 58 Prozent gleichauf.
Als besonders kritisch gesehene KI-Risiken
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Bedrohungslage 2026: Phishing, KI-Angriffe und Zugangsdaten an der Spitze
Geht es um die kritische Einschätzung der Bedrohungslage insgesamt, so steht auch hier Phishing (und/oder Social Engineering) mit 74 Prozent an der Spitze. KI-gestützte Angriffe liegen auf Platz zwei (68 Prozent), exakt gleichauf mit einem alten Bekannten, den kompromittierten Zugangsdaten (68 Prozent). Direkt darunter folgt die Cloud mit 61 Prozent, und jede zweite Organisation rechnet mit dem Angriff über Lieferkette oder Dienstleister (52 Prozent). Damit drehen sich gleich mehrere der größten Sorgen um die Identität, nicht um das Netzwerk.
Als kritisch eingeschätzte Bedrohungen
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<p>Quelle: <a href="https://aphos.de/cyberlage-2026">Aphos Cyberlage 2026</a></p>
Das Einfallstor hat sich verschoben, vom Perimeter zum Login. Ein gestohlenes Konto öffnet heute die Cloud, ohne dass eine einzige Mauer fällt, und genau dort liegen die Daten. Begrenzen lässt sich der seitliche Vormarsch nach einem solchen Erstzugriff durch konsequente Netzwerksegmentierung, die Lateral Movement innerhalb des Netzes ausbremst.
Identität und Zugangsdaten als zentrales Einfallstor
Kompromittierte Zugangsdaten fast gleichauf mit Phishing
Die Identität ist nicht neu als Angriffsziel, ihre Brisanz hat aber spürbar zugenommen. Die klassische Vorstellung vom Angriff, der an der Firewall abprallt, passt nicht mehr zur Realität. Kompromittierte Zugangsdaten zählen mit 68 Prozent zu den am häufigsten genannten kritischen Bedrohungen, praktisch gleichauf mit Phishing und auf einer Stufe mit KI-gestützten Angriffen. Massenhaft erbeutete Login-Daten aus früheren Leaks befeuern diese Lage zusätzlich und machen Credential Stuffing zu einem zentralen Treiber. Wie schnell aus erbeuteten Daten ein realer Vorfall wird, zeigt auch der jüngst dokumentierte FortiBleed-Vorfall mit massenhaft abgegriffenen Zugangsdaten.
Cloud und Microsoft 365 als große Sorge
Parallel rückt die Cloud in den Fokus. 61 Prozent fürchten Angriffe auf Microsoft 365 und Cloud-Dienste, also genau dort, wo heute die Geschäftsdaten liegen. Pflicht ist dabei eine saubere Absicherung der M365-Mailflows mit SPF, DKIM und DMARC. Und jede zweite Organisation (52 Prozent) rechnet mit dem Angriff über die Lieferkette, also über ein Vertrauensverhältnis, das sich technisch kaum härten lässt. Gerade hier rückt die Absicherung von Dienstleister-Zugängen in den Vordergrund, ein Kernthema der NIS-2-Umsetzung.
In Kundengesprächen hat sich die erste Frage verschoben, weg von „Steht die Firewall?“ hin zu „Wer bewegt sich eigentlich gerade in meinen Systemen?“. Wenn 68 Prozent kompromittierte Zugangsdaten fürchten, ist die Identität das eigentliche Schutzgut, und genau dorthin verschieben sich die Investitionen.
Sebastian Geide, Chief Sales Officer, Aphos Gesellschaft für IT-Sicherheit mbH
Identitätsschutz und Zero Trust als Antwort
Antworten auf diese Verschiebung sind ein konsequenter Zero-Trust-Ansatz und gezielter Identitätsschutz. Verdächtige Anmeldungen und kompromittierte Konten lassen sich mit spezialisierten Verfahren zur Identitätserkennung (ITDR) aufspüren, bevor aus einem gestohlenen Passwort ein Vorfall wird.

Erkennungslücke im Mittelstand: starker Grundschutz, schwache Detection
Grundschutz nahezu flächendeckend, Selbstbild positiv
Das Selbstbild der Befragten ist gut. 55 Prozent schätzen ihren Cybersecurity-Reifegrad als eher oder sehr hoch ein, nur 16 Prozent als eher niedrig. Doch dieses solide Selbstvertrauen trifft im weiteren Verlauf der Auswertung auf einige unbequeme Lücken. Beim Grundschutz macht der Mittelstand seine Hausaufgaben, danach bricht die Kurve ein. Backup (97 Prozent), Firewall (94 Prozent) und E-Mail-Security (87 Prozent) gehören praktisch überall dazu. Moderne, erkennungsorientierte Verfahren bleiben die Ausnahme. Managed Detection (MDR) erreicht 42 Prozent, XDR 39 und Netzwerk-Erkennung (NDR) nur 35.
Eingesetzte Sicherheitsmaßnahmen
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<p>Quelle: <a href="https://aphos.de/cyberlage-2026">Aphos Cyberlage 2026</a></p>
Unsicherheit über die eigene Vorfallslage
Genau hier liegt das strategische Problem. Backup und Firewall halten Mauern hoch und stellen nach einem Treffer wieder her, aber sie sehen den Angreifer nicht, der gerade durch die Vordertür spaziert, schon gar nicht, wenn er mit KI-Tempo arbeitet. Dazu passt, dass 19 Prozent für die letzten 24 Monate nicht sicher sagen können, ob es einen relevanten Vorfall gab. Ob das an fehlender Sichtbarkeit oder an der eigenen Rolle im Unternehmen liegt, lässt die Befragung offen. Klar ist aber, je weniger transparent die Lage, desto schwerer fällt eine schnelle Reaktion.
Backup und Firewall haben fast alle, das ist gut, reicht aber nicht. Wenn nur 16 Prozent sich „sehr gut“ vorbereitet fühlen und fast jeder Fünfte nicht sagen kann, ob er betroffen war, ist das die eigentliche Lücke. Sicherheit entscheidet sich daran, wie schnell man einen laufenden Angriff sieht.
Roman Jacobi, Geschäftsführer, Aphos Gesellschaft für IT-Sicherheit mbH
MDR, XDR und NDR schließen die Erkennungslücke
Die Antwort auf die Erkennungslücke sind erkennungsorientierte Dienste. Managed Detection and Response (MDR) und XDR setzen dabei an unterschiedlichen Punkten an, das eine als betreuter Service mit eigenem Analyseteam, das andere als Zusammenführung von Telemetrie aus mehreren Quellen. Für Organisationen ohne eigenes Security Operations Center ist MDR der naheliegende Einstieg in eine Detection rund um die Uhr.
KI-Governance: Unternehmen ohne Regeln für KI-Tools
Auffällig ist eine hausgemachte Lücke. Fast alle sehen die Gefahr durch KI, aber nur 29 Prozent haben verbindliche Regeln für den eigenen Umgang mit KI-Tools, 32 Prozent gar keine. Zwei Drittel arbeiten also mit halben oder ohne Vorgaben. Wo Mitarbeitende KI ungeregelt nutzen, wandern Unternehmensdaten unkontrolliert in fremde Dienste ab.
Das KI-Paradox in zwei Zahlen
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<img src="https://aphos.de/images/charts/cyberlage-2026-ki-paradox.jpg" alt="KI-Paradox: 97 Prozent sehen die Gefahr, 29 Prozent haben Regeln – Aphos Cyberlage 2026" width="720">
<p>Quelle: <a href="https://aphos.de/cyberlage-2026">Aphos Cyberlage 2026</a></p>
Hier geht es nicht um die Angreifer, sondern um den eigenen Umgang mit KI. Wer KI-Tools im Unternehmen ohne Leitplanken laufen lässt, riskiert, dass sensible Daten in fremden Diensten landen. 97 Prozent sehen das Risiko, aber nur 29 Prozent haben Regeln. Das ist ein Führungs-, kein Technikthema.
Roman Jacobi, Geschäftsführer, Aphos Gesellschaft für IT-Sicherheit mbH
Ransomware-Schutz, Budget und IT-Komplexität im Mittelstand
Ransomware-Vorbereitung zwischen Optimismus und Realität
Bei Ransomware klaffen Selbstbild und geprüfte Realität auseinander. 55 Prozent halten sich für gut oder sehr gut gerüstet, aber nur 16 Prozent trauen sich das Prädikat sehr gut zu. Die Mehrheit verlässt sich auf ein gutes Gefühl, das im Ernstfall selten getestet wurde. Im Licht der Erkennungslücke ist dieses Selbstvertrauen mit Vorsicht zu genießen, denn ein Ransomware-Angriff trifft die unvorbereiteten Stellen zuerst.
Budget und gewachsene IT als größte Bremsen
Die Bremsen sind klassische Mittelstands-Themen, allen voran Geld und Komplexität, dann erst Personal. Größter Engpass ist zu wenig Budget (52 Prozent), dicht gefolgt von über Jahre gewachsener IT, die niemand mehr ganz überblickt (48 Prozent). Danach kommen Personalmangel und zu viele Parallelprojekte (je 35 Prozent). Sicherheit scheitert hier seltener am Willen als an Ressourcen und gewachsener Infrastruktur.
Tabelle: Engpässe im Bereich Cybersicherheit
| Größter Engpass der Cybersicherheit | Anteil der Befragten |
|---|---|
| Zu wenig Budget | 52 % |
| Komplexe, gewachsene IT-Infrastruktur | 48 % |
| Zu wenig internes Personal | 35 % |
| Zu viele parallele IT-Projekte | 35 % |
| Zu wenig Security-Know-how | 32 % |
| Schwierige Zusammenarbeit mit Dienstleistern | 29 % |
| Fehlende Priorisierung durch die Leitung | 16 % |
| Unsicherheit bei gesetzlichen Anforderungen | 13 % |
Managed Security als klarer Trend im Mittelstand
Externe Unterstützung ist Normalität geworden. 61 Prozent der Befragten setzen auf externe Security-Services, für 35 Prozent sind sie bereits zentraler Bestandteil der Strategie. Dahinter steht ein klarer Trend zu Managed Security im Mittelstand, weil sich Bedrohungserkennung rund um die Uhr intern kaum noch leisten lässt, erst recht nicht gegen Angriffe im KI-Tempo. Auch der laufende Betrieb von Firewall und Endpoint wandert zunehmend zu spezialisierten Dienstleistern.
61 Prozent setzen heute auf externe Security-Services, für gut jeden Dritten sind sie bereits zentral. Das ist kein Trend mehr, das ist die neue Normalität. Erkennung rund um die Uhr lässt sich intern kaum noch leisten, erst recht nicht gegen Angriffe im KI-Tempo.
Sebastian Geide, Chief Sales Officer, Aphos Gesellschaft für IT-Sicherheit mbH
NIS-2 und die unterschätzte Regulatorik
Beim Thema Regulatorik fühlen sich 52 Prozent eher oder sehr sicher, während 23 Prozent regulatorische Anforderungen für sich aktuell als nicht wesentlich einstufen. Ob das zutrifft, hängt vom Einzelfall ab, denn nicht jede befragte Organisation fällt unter NIS-2. Angesichts der schrittweisen Ausweitung des Betroffenenkreises lohnt aber eine Prüfung des eigenen Status. Welche Organisationen konkret unter die Pflichten des NIS-2-Umsetzungsgesetzes fallen, ist vielerorts noch offen. Den breiteren Kontext zeichnet die Lage der Cybersicherheit in Deutschland 2026, ergänzt um die Taktiken aktiver Angreifer aus dem Sophos Active Adversary Report 2026.
Cybersicherheit 2026: Handlungsempfehlungen für Entscheider
Aus den Befunden der Aphos Cyberlage 2026 lassen sich konkrete Handlungsfelder ableiten. Sie folgen der Logik der Daten, weil sich Bedrohung und Steuerung schneller professionalisieren, als Erkennung in den Organisationen nachzieht.
- Identität zum Schutzgut erster Ordnung machen. Konsequente Multi-Faktor-Authentifizierung, Conditional Access und gezielter Identitätsschutz schließen das größte Einfallstor.
- Die Erkennungslücke schließen. Wer Backup und Firewall hat, aber keine 24-7-Erkennung über MDR oder XDR, sieht laufende Angriffe nicht. Detection gehört auf dieselbe Prioritätsstufe wie Prävention.
- KI-Governance etablieren. Verbindliche Regeln für den Einsatz von KI-Tools verhindern unkontrollierten Datenabfluss und gehören auf die Führungsebene.
- Mensch und Prozess härten. KI-Phishing wird perfekt, deshalb verschiebt sich Awareness vom Rechtschreib-Check zur Verhaltens- und Prozessfrage. Bausteine sind regelmäßige Awareness-Trainings und realistische Phishing-Simulationen.
- Cloud und E-Mail absichern. M365-Härtung, sauberes DMARC und moderne E-Mail-Sicherheit nehmen dem KI-Phishing seine Wirkung.
- Wiederanlauf testen statt vermuten. Ein nie geprobter Restore ist kein Wiederanlauf. Ransomware-Vorbereitung wird erst durch regelmäßige Tests belastbar.
Fazit
Die Aphos Cyberlage 2026 zeichnet ein konsistentes Bild. KI ist im Angriffsalltag angekommen, das Einfallstor hat sich von der Firewall zur Identität verschoben, und ein hohes Selbstvertrauen trifft auf eine reale Erkennungslücke. Grundschutz ist breit vorhanden, doch ohne moderne Erkennung bleibt der laufende Angriff unsichtbar. Wer die drei Hebel Identitätsschutz, Erkennung und KI-Governance jetzt angeht, verschafft sich genau dort einen Vorsprung, wo die Daten die größte Lücke zeigen. Die kleine, nicht repräsentative Stichprobe von 31 Antworten liefert kein Branchenbarometer, aber ein erstaunlich eindeutiges Stimmungsbild aus der Praxis.
Methodik des Reports
Methodik der Aphos Cyberlage 2026
Die Aphos Cyberlage 2026 ist eine strukturierte Online-Befragung (Selbstauskunft) unter IT- und Security-Verantwortlichen, Geschäftsführung und Verwaltung aus mittelständischen Unternehmen und öffentlichem Sektor in Deutschland. Ausgewertet wurden 31 von 33 Antworten, Erhebungsjahr 2026. Nach Position verteilen sich die Befragten auf Geschäftsführung und Inhaber (10), IT-Leitung (7), Administration (7), leitende Funktionen ohne IT-Bezug (5) sowie Einkauf und Verwaltung (2). Branchenseitig kommen die Befragten überwiegend aus Dienstleistung, Industrie und Produktion, Gesundheitswesen und öffentlicher Verwaltung. Alle Prozentwerte beziehen sich auf diese 31 Befragten und sind gerundet. Die Stichprobe ist klein und selbstselektiert. Die Ergebnisse sind daher ein qualitatives Praxis-Stimmungsbild und gelten für die Befragten dieser Erhebung, nicht für den deutschen Mittelstand insgesamt.
FAQ zur Aphos Cyberlage 2026
FAQ: Aphos Cyberlage 2026
Wie viele Organisationen haben 2026 bereits KI-gestützte Angriffe bemerkt?
In der Aphos Cyberlage 2026 haben 81 Prozent der befragten Organisationen Angriffsversuche bemerkt, die auf KI-Einsatz hindeuten, etwa auffällig professionell formulierte Phishing-Mails. Bei 26 Prozent war der KI-Bezug sogar eindeutig erkennbar.
Wie stark verändert KI die Bedrohungslage?
Für 97 Prozent der Befragten verändert KI die Bedrohungslage spürbar bis sehr stark, für jede zweite Organisation (52 Prozent) sogar sehr stark.
Was ist die größte Bedrohung für den Mittelstand?
In der Aphos Cyberlage 2026 steht Phishing und Social Engineering mit 74 Prozent an der Spitze, gefolgt von KI-gestützten Angriffen und kompromittierten Zugangsdaten mit je 68 Prozent.
Haben Unternehmen Regeln für den Einsatz von KI-Tools?
Nur 29 Prozent der befragten Organisationen haben verbindliche Regeln für die Nutzung von KI-Tools, 32 Prozent haben gar keine. Gleichzeitig nehmen 97 Prozent die KI-Bedrohung als steigend wahr.
Wie gut ist der Mittelstand auf Ransomware vorbereitet?
In der Aphos Cyberlage 2026 fühlen sich 55 Prozent gut oder sehr gut gerüstet, aber nur 16 Prozent stufen sich als sehr gut vorbereitet ein.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind am weitesten verbreitet?
Am weitesten verbreitet sind Backup (97 Prozent), Firewall (94 Prozent) und E-Mail-Security (87 Prozent). Moderne Erkennung über MDR, XDR und NDR liegt dagegen nur bei rund 35 bis 42 Prozent.
Was bremst die Cybersicherheit am stärksten?
Die größten Engpässe in der Aphos Cyberlage 2026 sind zu wenig Budget (52 Prozent) und gewachsene IT-Komplexität (48 Prozent), gefolgt von Personalmangel und zu vielen Parallelprojekten (je 35 Prozent).
Welche Rolle spielen externe Security-Services?
61 Prozent der Befragten setzen auf externe Security-Services, für 35 Prozent sind sie bereits zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie.
Ist die Aphos Cyberlage 2026 repräsentativ?
Nein. Die Aphos Cyberlage 2026 ist eine Online-Befragung mit 31 ausgewerteten Antworten aus mittelständischen Unternehmen und öffentlichem Sektor in Deutschland. Sie ist als qualitatives Praxis-Stimmungsbild angelegt und nicht repräsentativ.

